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Hinweis zu Biologiebaukästen (sog. DIY-Kits)

Gentechnik mit Biologiebaukästen: Einfach, aber möglicherweise strafbar

Durch Genome-Editing-Verfahren wie etwa CRISPR-Cas ist es einfach und preiswert möglich, das Erbgut von lebenden Organismen gezielt zu verändern. Mittlerweise können insbesondere im Internet komplette Biologiebaukästen (so genannte "Do-it-yourself", bzw. DIY-Kits) aus dem Ausland gekauft werden, mit denen daheim und ohne zusätzliche Geräte das Erbgut von Organismen, z. B. Escherichia coli-Bakterien, verändert werden kann.

Derartige Experimente im heimischen Hobbykeller mögen lehrreich und spannend sein. Abhängig vom konkreten DIY-Kit gilt dafür jedoch das Gentechnikrecht. Dies ist immer dann der Fall, wenn das DIY-Kit gentechnisch veränderte Organismen (GVO) enthält oder wenn damit GVO erzeugt werden. Solche gentechnischen Arbeiten dürfen gemäß § 8 Absatz 1 Satz 1 Gentechnikgesetz (GenTG) nur in gentechnischen Anlagen durchgeführt werden, also in geeigneten, behördlich überwachten Laboren unter Aufsicht eines sachkundigen Projektleiters.

Das heißt, wer DIY-Kits bestellt und außerhalb gentechnischer Anlagen entsprechend anwendet, riskiert gemäß § 38 Absatz 1 Nummer 2 GenTG eine Geldbuße bis zu fünfzigtausend Euro. Falls im Rahmen der Nutzung der DIY-Kits GVO freigesetzt werden, droht gemäß § 39 Absatz 2 Nummer 1 GenTG sogar eine Freiheitsstrafe bis zu drei Jahren oder eine Geldstrafe.

Für Nachfragen steht Ihnen die zuständige Landesbehörde zur Verfügung, in Sachsen das Sächsische Staatsministerium für Energie, Klimaschutz, Umwelt und Landwirtschaft (SMEKUL).

Warnhinweis: Im Gentechnik-Biologiebaukasten „DIY Bacterial Gene Engineering CRISPR“-Kit des US-amerikanischen Herstellers „The ODIN“ hat das Bayerische Landesamt für Gesundheit und Lebensmittelsicherheit (LGL) in zwei stichprobenartig analysierten Kits potenziell krankheitserregende Bakterien identifiziert. Dieser Fund steht im Widerspruch zur Herstellerangabe, wonach das Kit nur apathogene E. coli-Bakterien enthält.

Weitere Informationen können Sie den Mitteilungen des Bayerischen Landesamtes für Gesundheit und Lebensmittelsicherheit https://www.lgl.bayern.de/presse/detailansicht.htm?tid=680089 und des Bundesamtes für Verbraucherschutz und Lebensmittelsicherheit https://www.bvl.bund.de/SharedDocs/Fachmeldungen/06_gentechnik/2017/2017_01_25_DIY-Kits.html entnehmen.

Hinweis zu fluoreszierenden Zierfischen

Gentechnisch veränderte Zierfische: Schön, aber im Privatbereich illegal

Bereits seit einigen Jahren gibt es Berichte, dass in Europa und auch in Deutschland gentechnisch veränderte (gv.) Zierfische (Zebrabärblinge, Danio rerio) im Handel oder bei Grenzkontrollen gefunden werden. Im Jahr 2019 wurden solche Aquarium-Fische erneut im Internethandel entdeckt.

Es handelt sich meist um Fische mit ungewöhnlicher Farbe, die unter UV-Licht fluoreszieren. Zur eindeutigen Identifizierung ist ein molekularer Nachweis erforderlich.

Grundsätzlich darf mit gentechnisch veränderten Organismen (GVO), die über keine Genehmigung zum Inverkehrbringen (Verkauf oder Abgabe an andere Personen) verfügen, nur in sog. gentechnischen Anlagen umgegangen werden. Dabei handelt es sich um behördlich überwachte Labore, Tierhaltungsräume u. ä. Einrichtungen unter Aufsicht eines sachkundigen Projektleiters.

Diese gv. Fische besitzen weder in der EU noch in Deutschland die erforderliche gen­technische Genehmigung zum Inverkehrbringen. Ein Handel mit diesen Fischen ist somit illegal, ebenso das Halten außerhalb von gentechnischen Anlagen.

Solche gv. Zierfische werden aber in Südostasien und in den USA legal gehandelt, z. B. unter dem Markennamen GloFish®. Sie könnten über den Internet-Handel oder über Drittländer nach Deutschland gelangt sein. Wer solche gv. Fische erwirbt, weitergibt oder außerhalb gentechnischer Anlagen, z. B. in seiner Privatwohnung, hält, begeht eine Ordnungswidrigkeit und riskiert gemäß § 38 Absatz 1 Nummer 2 bzw. 7 Gentechnikgesetz eine Geldbuße bis zu fünfzigtausend Euro.

Für Nachfragen steht Ihnen die zuständige Landesbehörde zur Verfügung, in Sachsen das Sächsische Staatsministerium für Energie, Klimaschutz, Umwelt und Landwirtschaft (SMEKUL).

 

(Stand 16.02.2021)

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